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20 Jahre Chorsinfonik mit dem Universitätschor Halle

Der Universitätschor Halle bei einem Auftritt in der Marktkirche

Der Universitätschor Halle bei einem Auftritt in der Marktkirche

Der Universitätschor Halle bei einem Auftritt in der Marktkirche

Nomen est Omen könnte man meinen, denn mit der Kantate "Triumph, Triumph, Victoria" aus der Feder des Händelschen Lehrmeisters Friedrich Wilhelm Zachow beschritt am 24.Oktober 1987 der Universitäschor Halle "Johann Friedrich Reichardt" für ihn bis dato unbekanntes musikalisches Terrain. Bislang hatten sich die studentischen Sängerinnen und Sänger des Chores, der zum damaligen Zeitpunkt seit drei Jahren unter der Leitung von Jens Lorenz stand, als Interpreten von A-cappella-Literatur Verdienste erworben. Diese kleine Zachow-Kantate hingegen bedeutete den ersten Schritt des Universitätsensembles in Richtung Chorsinfonik. Vor gut zwanzig Jahren begann damit eine Entwicklung, die dahin führte, dass der Hallenser Universitätschor ähnlich wie z.B. die Chöre der Leipziger oder Berliner Universitäten, als Partner in chorsinfonischen Projekten anerkannt und gefragt ist.

Die kleine Zachow-Kantate war Teil eines gemeinsamen Konzerts der Universitätschores und der Suhler Singakademie, die mit der Aufführung von Mozarts "Krönungsmesse" für manchen Chorsänger einen Ausblick auf zu erwartende und zu bewältigende Klangdimensionen gab. Doch der erste musikalische Schritt war mithin getan. Bereits zum Frühjahr 1988 erarbeitete der Chor dann ein Werk, das ihn in den kommenden vier Jahren außergewöhnlich oft begleiten und mit dem er sich als Interpret chorsinfonischer Werke etablieren sollte. Es ist die "Hohe Messe D-Dur", FWV C1:D1 des Zerbster Hofkapellmeisters Johann Friedrich Fasch. Dieses Werk wurde für die II. Fasch-Festtage 1988 neu eingerichtet und erfuhr seine Wiederaufführung im Festkonzert am 15. April 1988. Wer die Einstudierungsphase damals begleiten konnte, weiß dass die heutigen Editionsstandards, mit elektronisch erstellten Partituren und Stimmauszügen zum damaligen Zeitpunkt im Bereich der wünschenswerten Illusion lag. Vielmehr bedeuteten handschriftliche Fotokopien, ebenfalls von Hand gefertigte Chor- und Orchesterstimmen, die als Ormig-, Thermo oder andersartige Kopie, mit zahlreichen Übertragungsfehlern vorlagen, einen erheblichen Korrekturaufwand. Mithin war die Arbeitstechnik der Editoren nicht sehr verschieden mit der, der Kopisten und Notenschreiber zu Zeiten Bachs, Händels oder Faschs. Würde es heute darum gehen, diese Messe nochmals aufzuführen, bedürfte das gesamte Aufführungsmaterial einer weiteren, grundlegenden Neueinrichtung. Diese große, prächtige Ordinariumsmesse, wie sie am Zerbster Hof nur selten Aufführung fand, wurde vom Universitätschor in den kommenden vier Jahren zu insgesamt acht verschiedenen Anlässen aufgeführt. Damit gehört dieses Werk zu den am meisten durch den Chor aufgeführten chorsinfonischen Werken überhaupt. Als beständiger Partner erwies sich in diesen Konzerten das Akademische Orchester der Universität, das auch in den kommenden Jahren die verschiedensten Projekte mit gestalten sollte. Herausragende Aufführungen der Fasch-Messe bestehen CD-Mitschnitt der Messe, der sich auf der ersten durch den Chor produzierten CD wiederfindet. Erwähnenswert auch das Hallenser Konzert zum Welt-Musiktag 1989 mit dem es dem Chor gelang, sich als Interpret von Chorsinfonik in der halleschen Musiklandschaft zu behaupten. In diesem Konzert führte der Chor erstmals auch ein Werk Händels auf - die "Ode for the Birthday of Queen Anne", HWV 74, Händels "Friedensode. Es mag ein Zufall sein, aber ein Werk mit dem Händel sich in das englische Musikleben einführte, war auch dem Universitätschor behilflich, seinen Platz in der Barockmusiklandschaft der Stadt und des Landes zu finden.

Neben kleineren Kantatenprojekten und weiteren Aufführungen der Fasch-Messe bestimmen zwei chorsinfonische Werke den Zeitraum zwischen 1990 und 1992. Dies sind Aufführungen der "Lukas-Passion 1726" von Georg Phillip Telemann und Mozarts Krönungsmesse. Telemanns Werk findet im Frühjahr 1990 erstmals seine Aufführung. Die Situation im Frühjahr 1990 erlaubte es bei weitem nicht von einer "normalen" Konzertsituation sprechen zu können. Nachdem im Herbst 1989 der gesellschaftliche Umbruch begonnen hatte, stand gerade in jenen Tagen alles auf dem Prüfstand. Hierbei ging es um die unterschiedlichsten Faktoren; seien es politische, infrastrukturelle, ökonomische oder anderweitige. Die Frage der Kulturpflege und ihrer Anbindung an das gesellschaftliche Leben war ebenso aufgeworfen, wie die Sorge die öffentliche Wahrnehmung bewährter und tradierter Konzertformen. In der Chronik des Universitätschores findet sich zur ersten Aufführung der Lukas-Passion folgende Notiz eines Chormitgliedes:

"Dann war es soweit. Es kehrte langsam Ruhe ein und wir betraten würdevoll die Konzerthalle. Ich denke wir haben ganz gut gesungen, Zumindest wurde es uns ganz glaubhaft versichert, Und auch der Beifall hinterher belohnte uns für manch harte Probe. Selbst in dieser Zeit ist es und gelungen, noch einmal die Konzerthalle mit Zuhörern zu füllen, was ja gar nicht mehr so einfach sein soll. (Sicherlich haben die niedrigen Preise dazu beigetragen.) Es ist nur schade, daß diese Werk nur einmal aufgeführt wurde, da doch sehr viel Zeit und Mühe darin steckt. Na ja, vielleicht nächstes Jahr."

Es wurde nicht das nächste Jahr, aber immerhin zwei Jahre später im April 1992 konnte das Werk Telemanns im Magdeburger Kloster "Unser lieben Frauen" nochmals aufgeführt werden. Dieses Mal mit einer wesentlich größeren Öffentlichkeit, denn der MDR übertrug die Aufnahme des Konzerts zur Osterzeit.

Mozarts "Krönungsmesse" avancierte zu dieser Zeit zum zweiten "Dauerbrenner" in den Konzertprogrammen. 1991 zu seinem 40. Jubiläum hatte die "Krönungsmesse" ihre Premiere und war damit auch das erste chorsinfonische Werk, das der Chor in seinen alle fünf Jahre stattfindenden Jubiläumskonzerten aufführte. Insgesamt sechsmal konnte das Werk in nur zwei Jahren durch den Chor zum Erklingen gebracht werden. Darunter finden sich Aufführungen in Halles Partnerstadt Karlsruhe, im französischen Strasbourg oder zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Hans Dietrich Genscher. Aus diesem Anlass heraus ergab sich eine Einladung nach Italien. Der Präsident der Universität Pisa war Gast des Festaktes zur Verleihung des Ehrendoktors an den damaligen deutschen Außenminister. Zum Abschluss der Veranstaltung führten Univeritätschor und das Akademisches Orchester die Krönungsmesse auf. Der Eindruck der Aufführung erwies sich als nachhaltig und so konnten Chor und Orchester der Universität Halle im Juni 1992 für einige Tage in Pisa weilen. Musikalischer Höhepunkt war dabei das Konzert mit der "Krönungsmesse" im Dom der Stadt. Somit standen für das Frühjahr 1992 drei verschiedene Projekte nahezu zeitgleich zur Aufführung an. Im April der Rundfunkmitschnitt der "Lukas-Passion", im Mai der CD-Mitschnitt der Fasch-Messe und schließlich im Juni die "Krönungsmesse" im Juni. Als Partner stand in allen Konzerten das Akademische Orchester dem Chor zur Seite.

Derart in die chorsinfonische Aktivitäten Sachsen-Anhalts eingebunden, fallen die Aufführungen zahlreicher weiterer Werke im Zeitraum zwischen 1993 und 1996 fast als "musikalisches Tagegeschäft" an. Dazu gehören u.a. sieben Aufführungen von Bachs Magnificat, die Erstaufführungen von zwei weiteren Messen Johann Friedrich Faschs. Von diesen beiden Messen konnte die Messe für Doppelchor 1994 im Audimax der ehemaligen Pädagogischen Hochschule Halle als CD produziert werden. Um dem dafür gewachsenen logistischen Aufwand bewältigen zu können, gelang es Chorleiter, UML Jens Lorenz, in langwierigen Verhandlungen mit der Universitätsleitung 1992 das Collegium musicum zu gründen. Damit fanden die Ensembles der Universitätsmusik eine feste verlässliche Einbindung in die Universitätsstruktur. Zunächst am Fachbereich Musik-, Sport- und angewandte Sprechwissenschaften angegliedert ist das Collegium musicum seit 2006 eine zentrale Einrichtung der Universität.

Das Jahr 1996 hat für die künstlerische Vita des Universitätschores eine besondere Bedeutung. Die Erarbeitung der Kantaten 1 -3 von Bachs "Weihnachtsoratorium" ist verbunden mit der Ausrichtung eines bundesweiten Dirigierseminars unter der Leitung von Thomaskantor prof. Georg Christoph Biller. Über fünf Tage erhielten Ende November des Jahres junge Nachwuchsdirigenten die Möglichkeit das Bachsche Werk mit Chor und Orchester der Universität unter fachgerechter Anleitung zu arbeiten und zu gestalten. Die Resonanz auf das Seminar erwies sich als außergewöhnlich stark. 40 Anmeldungen insgesamt und davon 18 zur  aktiven Teilnahme zeugten von der Attraktivität des Angebots. Die hohe Teilnehmerzahl erforderte ein Vordirigieren aller Bewerber für eine aktive Teilnahme, von denen letztlich neun ausgewählt wurden. Zu den Stücken des Auswahldirigats gehörte auch der Chor "Ehre sey Gott in der Höhe" aus der Kantate Nr. 2 des Oratoriums. So war es denn ein hartes Brot für Chor und Orchester dieses virtuos polyphone Stück mit seinen anspruchsvollen Stimmführungen mit insgesamt 19 verschiedenen Dirigenten erklingen zu lassen (denn zunächst verschaffte sich der Thomaskantor persönlich einen musikalischen Überblick über den Stand der Dinge). Dieses Dirigierseminar bedeutet auch einen Höhepunkt in den Aktivitäten der halleschen Universitätsmusik, den künstlerischen Nachwuchs zu fördern. Nicht nur junge Dirigenten hatten hier ihre Chance. Auch die Solopartieen waren besetzt mit angehenden Solisten der Oratorienklasse von KS Prof. Christian Polster der Leipziger Musikhochschule "Felix Mendelssohn Bartholdy". Betrachtet man die Besetzungslisten der Solopartien chorsinfonischer Werke, so kommt man nicht umhin festzustellen, dass hier sehr oft der künstlerische Nachwuchs eine Chance erhielt, im gemeinsamen Musizieren zu reifen und Erfahrungen zu sammeln.

Für die alleinige Ausrichtung einer derart komplexen Veranstaltung wie ein Dirigierseminar waren mithin die logistischen Möglichkeiten des Collegium musicum zu begrenzt. Hier fanden sich aber im Kultusministerium des Landes, dem "Arbeitskreis Musik in der Jugend" (AMJ), den Franckeschen Stiftungen und besonders dem Freundeskreis des Universitätschores verlässliche Partner und Förderer. Angesichts der positiven Resonanz auf das Seminar folgte drei Jahre später im Rahmen der 48. Händel-Festspiele 1999 ein weiteres Dirigierseminar. Als zusätzlicher Veranstalter saßen diesmal die Händel-Festspiele mit im "künstlerischen Boot". Unter der Leitung des international anerkannten Dirigenten Paul Goodwin stellten sich alle Beteiligte diesmal Händels "Alexander´s Feast or the Power of Music". Insgesamt 22 Kandidaten bewarben sich um eine aktive Teilnahme. Von den sieben ausgewählten aktiven Seminarteilnehmern konnten sich zum Schluss drei Preisträger den mit 10000,- DM dotierten Händel-Förderpreis der Stadt Halle teilen. Mit diesem Dirigierseminar wuchs der Universitätschor auch zum verlässlichen und anerkannten Klangkörper im Rahmen der Händel-Festspiele. Bereits bei den kommenden Festspielen des Jahres 2000 war der Chor gefragt, in Trevor Pinnocks (Händel-Preisträger 1999) Aufführung von Bachs "Matthäus-Passion" an der Seite von English Consert die Choräle der Passion zu gestalten. Da bereits zur Osterzeit 2000 der Chor Bachs "Johannes-Passion" erstmals aufgeführt hatte, führte eine derartige Häufung Bachscher Klanggestalten bei einigen Chorsängern zu gewissen "Sättigungen". Nichts desto trotz gestaltete der Chor nun regelmäßig eigenständige Festivalkonzerte. 2001, die Händel-Festspiele und der Chor wurden 50 Jahre alt, erklangen unter dem Motto "Three Nations One sound" Domenico Cimarosas "Magnificat" und Händels Dettinger Te Deum" Unter der Leitung von Jean Claude Malgoire (Händel-Preisträger 2002) agierten junge Musiker aus Frankreich Belgien und Deutschland in "einem Sound". Zur musikalischen Seite des Projekts wusste die Mitteldeutsche Zeitung zu berichten:

"Die 50 Händel-Festspiele bestechen nicht nur durch Superlative und höchste künstlerische Ansprüche, sondern auch durch neue Ideen und Projekte. Eines davon heißt "Drei Nationen - Ein Klang". Im Rahmen dieser Konzerte sollen sich Nachwuchsmusiker aus ganz Europa unter dem Stern der Barockmusik begegnen. ... Eine erfrischende Interpretation wurde schon im ersten Konzertteil mit Cimarosas G-Dur Concerto für zwei Solisten und Orchester geboten. ... Händels "Dettinger Te Deum" geriet zum künstlerischen Höhepunkt des Abends. Hier präsentierten sich die Musiker als eine symbiotische Einheit. In Händels Musik suchten sie sich einander zu ergänzen, zu beflügeln, anzuregen und auszutauschen. Der Chor zeigte von der eröffnenden Anrufung Gottes bis zu den jeweils hymnisch retardierten Satzenden größte innere Spannung und Klangintensität und präsentierte dazu wie selbstverständlich eine prägnante Sprachdiktion. So kam das auf historischen Instrumenten spielende Orchester überraschenderweise zeitweise in den Klangschatten des Chores. ... Im "Ewigkeitschor", dem inneren Ruhpunkt des Werkes - zu dem der Dirigent wie beschwörend die arme hob - vereinte sich die Spannung des Orchesters und des Chores zu einem bezwingenden Stück jugendlicher Musizierfreude." (Mitteldeutsche Zeitung, 11.06.2001)

Als Orchester steht dem Chor dabei das "Barock Consort", ein Ensemble der Bremer Musikhochschule auf historischen Instrumenten, zur Seite. Mit diesem Klangkörper gestaltet der Chor auch im kommenden Jahr ein Konzert "in memoriam Johann Friedrich Reichardt" zu den der Händel-Festspielen. Die Solisten kommen einer mittlerweile guten Tradition folgend von der Leipziger Musikhochschule "Felix Mendelssohn Bartholdy". Unter ihnen Ulrike Fulde, die 2004 dann den Händel-Förderpreis entgegennehmen konnte. Im Konzert, das auch vom Deutschlandradio Kultur mitgeschnitten und übertragen wurde, erklingen Händels "Laudate pueri dominum", "The King shall rejoice" - anthem für die Feier des Friedens von Dettingen und Johann Friedrich Reichardts Vertonung des 65. Psalms.

Doch nicht nur bei den Festivalkonzerten sind die Sänger und Sängerinnen des Universitätschores in die Belange der Händel-Festspiele eingebunden. Regelmäßig bestreiten sie auch seit 1996 die Abschlusskonzerte in der Galgenbergschlucht. Als besondere Anziehungspunkte haben sich auch das Musenfest in Reichardtsgarten und das Wandelkonzert im Botanischen Garten entwickelt.

Außerordentlich gründliche Vorbereitung erfährt 2004 die Aufführung von Bachs "Johannes-Passion" zu den Händel-Festspielen. Die künstlerische Leitung des gesamten Projekts liegt in den Händen von UMD Jens Lorenz. Die Ausgestaltung der Passion durch den Universitätschor und seinen Leiter bedeutet nochmals eine besondere Herausforderung aber auch Wertschätzung des Ensembles. Dementsprechend akribisch erfolgte die Vorbereitung. Die Passion war zunächst das einzige chorsinfonische Projekt im Konzertjahr 2003/2004. Im März schon kommt es zu einer Aufführung in Halles Marktkirche. Die Passion wird neben dem Chor vom Händelfestspielorchester (auf historischen Instrumenten) und international erfahrenen Solisten wie Martin Petzold (Tenor), Klaus Mertens (Bass), Jörg Hempel (Bass), Ulrike Fulde (Sopran) und Annette Reinhold (Alt) gestaltet. Als einen "klanglichen Triumph über den Tod" konnte die Mitteldeutsche Zeitung bereits im April von einem eindrucksvollen Konzerterlebnis berichten, der im Juni zu den Händel-Festspielen nochmals eine Steigerung fand.

Eine Nachauflage des "Drei Nationen - Ein Klang" Projekts gab es 2006. Gesangssolisten der Poznaner Musikhochschule, das Prager Barockorchester "Collegium1704" und der Universitätschor führten gemeinsam Barockwerke polnischer, tschechischer und deutscher Komponisten auf. So erklang im Konzert eine "Missa solemnis" des polnischen Komponisten Woizech Dankowski, die "Missa I" des tschechischen Komponisten F.V. Habermann und Händels "Foundling Hospital Anthem".

Neben der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Barockensembles gelang es seit 2004 gemeinsame Projekte mit der Anhaltischen Philharmonie Dessau zu realisieren. Hier trafen sich auch die Intentionen der beiden künstlerischen Leiter GMD Golo Berg und UMD Jens Lorenz, die künstlerischen aktionsräume für ihre Ensembles zu erweitern. Als erstes gemeinsames Werk gelangte dabei im Herbst 2004 Antonin Dvoraks "Stabat mater" zur Aufführung. Dieses ergreifende, autobiographische geprägte Werk des tschechischen Komponisten hinterließ bei Zuhörern und Interpreten einen gleichermaßen starken Eindruck. Gemeinsam mit dem Dessauer Orchester ergibt sich für den Universitätschor die Möglichkeit, an der Seite versierter und erfahrener Orchestermusiker in weitere Formen und Stile vokalsinfonischer Werke einzudringen. Dem Orchester tritt ein qualitativ und quantitativ bewährtes Ensemble zur Seite, das auch gegenüber einem klassischen sinfonischen Apparat Durchsetzungskraft besitzt. Dies sind Faktoren mit denen sich die beiden Ensembles gegenseitig bereicherten. Nach Mozarts "Vespera Solennes" und Saint Saens "Oratorio de Noel" zur Weihnachtszeit 2006 steht für das Jahr 2009 die gemeinsame Aufführung von Mendelssohns "Elias" auf dem Programm.

In diesem Jahr nun gestaltet der Universitätschor wiederum zusammen mit dem Prager "Collegium 1704" eine Passionsgeschichte. Mit Händels Brockes-Passion kommt am 13. Juni 2008 um 19:00 Uhr in der Konzerthalle "Ullrichskirche" ein Werk zur Aufführung, dass sich zu Händels Zeiten außerordentlicher Popularität erfreute. Doch bereits am 07. Juni ist es dem Chor vergönnt an der Seite des Frankfurter Barockensembles "La Stagione" die Aufführung der Passionsgeschichte "La Colpa" von Domenico Scarlatti mitzugestalten.

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